Wetter
 
 
 
 
 
 
normale Schrift einschalten große Schrift einschalten sehr große Schrift einschalten

Kulturelle Hochkaräter in Quitzöbel

21.09.2017

Noch etwas im Verborgenen gelingt Hans-Peter Jakobson und der Kirchgemeinde ein kultureller Coup nach dem anderen. Hatte der gebürtige Quitzöbeler zuletzt kleine Konzerte mit renommierten Musikern in die Kirche geholt, so war jüngst mit Katrin Rothe eine zweifache Grimmepreis-Trägerin und international renommierte Dokumentar- und Animationsfilmerin im Gemeindehaus zu Gast. Sie zeigte ihren 90-minütigen halbdokumentarischen Trickfilm „1917 – Der wahre Oktober.“ Und das in Quitzöbel, nachdem Rothe mit dem Stück über die Sicht der Künstler auf die Oktoberrevolution schon auf Festivals in Gera, Berlin, im Schweizerischen Solothurn und beim Filmkunstfest in Schwerin war.

Für die aus Gera stammende Rothe ist Quitzöbel keine unbekannte Größe, hatte sie doch mit Jakobsons Sohn Gunnar in Kindertagen regelmäßig die Schulferien in der Prignitz verbracht, entflohen dorthin im Sommer auch die Eheleute Jakobson dem gegen Ende der DDR enger werdenden Alltag. In Gera, wo Jakobson seit 1961 hauptsächlich ansässig war, knüpfte der studierte Kulturwissenschaftler zahlreiche Kontakte, die ihm im SED-Staat den Job kosteten. Aus dem dortigen Dunstkreis sind Künstlerkarrieren und Freundschaften entstanden, die bis heute fortwähren. Rothe und Jakobsons Sohn gehörten einer Gruppe an, in der künstlerisch begabte Jugendliche von der thüringischen Stadt gefördert wurden.

„Ich habe Quitzöbel aus meiner Kindheit und Jugend als sehr verwunschen in Erinnerung, der Deich und der flache Fluss, man konnte sehr weit gucken“, erinnert sich Rothe. Vereinzelt gab es Künstler, die sich in kleinen, nicht weniger verwunschenen Häusern ihre Rückzugsorte geschaffen hatten, töpferten oder malten. „Ich dachte damals: So lebt ein Künstler, in einem Haus auf dem Land, vor einem großen Kamin Rotwein trinkend, ständig kommen Leute zu Besuch und man führt geistig anregende Gespräche“, meint sie mit einem Augenzwinkern. Später wurde ihr plausibel, wie in gewissen politischen Systemen Rückzugsorte quasi zu Exilen werden. Und das Künstlerleben heute sei sowieso ein ganz anderes: „Heutzutage sitze ich vor einem Laptop und jage der Zeit hinterher, versuche, Finanzierungen für Filmprojekte anzuschieben, erkläre Mittelgebern, was wir vorhaben. Diese Gespräche in Ruhe, die ich mir damals vorstellte, gibt es kaum noch“, sagt die Wahlberlinerin. 2007 und 2014 gab es je einen Grimmepreis für Rothes ambitionierte Arbeiten, zwar „reine Ehre“, weil nicht mit einem Preisgeld dotiert, aber „es ist schon eine Bestätigung, es zeigt, dass man auf dem richtigen Weg ist, zumal es ein Preis einer unabhängigen Jury“ ist.

Hundert Jahre nach den Oktoberwirren 1917 geht ihr filmischer Blick freier zurück auf die Zeit. „In der Schule hatten wir gelernt, wie der Oktober zu werten ist. Als ich 18 war, fiel die Mauer, auf einmal gab es andere Deutungen. Ich schaue in meinem Film nicht auf das revolutionäre Personal, sondern auf die Künstler der Zeit, Majakowski, Sinaida Hippius, Malewitsch...“ Den Menschen heute noch zu erzählen, Revolution würde wahlweise von prominenten Einzelnen oder einem durchorganisierten Proletariat gemacht, das wäre zu naiv.

Dem Publikum in Quitzöbel gefiel ihr neuestes Werk. Der kleine Raum im Gemeindehaus war rappelvoll. Langsam spricht sich herum, welche kulturellen Hochkaräter dort zu erleben sind. „Der Erfolg macht Mut für weitere kulturelle Aktivitäten“, so Jakobson. Mit Unterstützung durch die Sparkasse Prignitz, die KMG-Kliniken und die Kirchgemeinde, die sich um Organisatorisches kümmert, kann es auch im nächsten Jahr weitergehen mit der kleinen Reihe. Um eine Aufnahme in den Veranstaltungskalender des Prignitz-Sommers wolle er sich demnächst bemühen, so Jakobson.

Katrin Rothe reist in dieser Woche mit ihrem Film ins norwegische Stavanger weiter, fährt im Oktober zum Jüdischen Filmkunstfest nach Wien und zeigt ihn danach noch in Südkorea und in Moskau. Diese Filmkunstfest-Touren um den halben Globus, daran habe sie sich gewöhnt. 1992 drehte sie, als junge Studentin, einen Stop-Trick-Film unter anderem auf dem Quitzöbeler Elbdeich. Eine der ersten Arbeiten hat ihre Wurzeln also in der Prignitz.

– Quelle: https://www.prignitzer.de/17873691 ©2017

 

 

Noch etwas im Verborgenen gelingt Hans-Peter Jakobson und der Kirchgemeinde ein kultureller Coup nach dem anderen. Hatte der gebürtige Quitzöbeler zuletzt kleine Konzerte mit renommierten Musikern in die Kirche geholt, so war jüngst mit Katrin Rothe eine zweifache Grimmepreis-Trägerin und international renommierte Dokumentar- und Animationsfilmerin im Gemeindehaus zu Gast. Sie zeigte ihren 90-minütigen halbdokumentarischen Trickfilm „1917 – Der wahre Oktober.“ Und das in Quitzöbel, nachdem Rothe mit dem Stück über die Sicht der Künstler auf die Oktoberrevolution schon auf Festivals in Gera, Berlin, im Schweizerischen Solothurn und beim Filmkunstfest in Schwerin war.

Für die aus Gera stammende Rothe ist Quitzöbel keine unbekannte Größe, hatte sie doch mit Jakobsons Sohn Gunnar in Kindertagen regelmäßig die Schulferien in der Prignitz verbracht, entflohen dorthin im Sommer auch die Eheleute Jakobson dem gegen Ende der DDR enger werdenden Alltag. In Gera, wo Jakobson seit 1961 hauptsächlich ansässig war, knüpfte der studierte Kulturwissenschaftler zahlreiche Kontakte, die ihm im SED-Staat den Job kosteten. Aus dem dortigen Dunstkreis sind Künstlerkarrieren und Freundschaften entstanden, die bis heute fortwähren. Rothe und Jakobsons Sohn gehörten einer Gruppe an, in der künstlerisch begabte Jugendliche von der thüringischen Stadt gefördert wurden.

„Ich habe Quitzöbel aus meiner Kindheit und Jugend als sehr verwunschen in Erinnerung, der Deich und der flache Fluss, man konnte sehr weit gucken“, erinnert sich Rothe. Vereinzelt gab es Künstler, die sich in kleinen, nicht weniger verwunschenen Häusern ihre Rückzugsorte geschaffen hatten, töpferten oder malten. „Ich dachte damals: So lebt ein Künstler, in einem Haus auf dem Land, vor einem großen Kamin Rotwein trinkend, ständig kommen Leute zu Besuch und man führt geistig anregende Gespräche“, meint sie mit einem Augenzwinkern. Später wurde ihr plausibel, wie in gewissen politischen Systemen Rückzugsorte quasi zu Exilen werden. Und das Künstlerleben heute sei sowieso ein ganz anderes: „Heutzutage sitze ich vor einem Laptop und jage der Zeit hinterher, versuche, Finanzierungen für Filmprojekte anzuschieben, erkläre Mittelgebern, was wir vorhaben. Diese Gespräche in Ruhe, die ich mir damals vorstellte, gibt es kaum noch“, sagt die Wahlberlinerin. 2007 und 2014 gab es je einen Grimmepreis für Rothes ambitionierte Arbeiten, zwar „reine Ehre“, weil nicht mit einem Preisgeld dotiert, aber „es ist schon eine Bestätigung, es zeigt, dass man auf dem richtigen Weg ist, zumal es ein Preis einer unabhängigen Jury“ ist.

Hundert Jahre nach den Oktoberwirren 1917 geht ihr filmischer Blick freier zurück auf die Zeit. „In der Schule hatten wir gelernt, wie der Oktober zu werten ist. Als ich 18 war, fiel die Mauer, auf einmal gab es andere Deutungen. Ich schaue in meinem Film nicht auf das revolutionäre Personal, sondern auf die Künstler der Zeit, Majakowski, Sinaida Hippius, Malewitsch...“ Den Menschen heute noch zu erzählen, Revolution würde wahlweise von prominenten Einzelnen oder einem durchorganisierten Proletariat gemacht, das wäre zu naiv.

Dem Publikum in Quitzöbel gefiel ihr neuestes Werk. Der kleine Raum im Gemeindehaus war rappelvoll. Langsam spricht sich herum, welche kulturellen Hochkaräter dort zu erleben sind. „Der Erfolg macht Mut für weitere kulturelle Aktivitäten“, so Jakobson. Mit Unterstützung durch die Sparkasse Prignitz, die KMG-Kliniken und die Kirchgemeinde, die sich um Organisatorisches kümmert, kann es auch im nächsten Jahr weitergehen mit der kleinen Reihe. Um eine Aufnahme in den Veranstaltungskalender des Prignitz-Sommers wolle er sich demnächst bemühen, so Jakobson.

Katrin Rothe reist in dieser Woche mit ihrem Film ins norwegische Stavanger weiter, fährt im Oktober zum Jüdischen Filmkunstfest nach Wien und zeigt ihn danach noch in Südkorea und in Moskau. Diese Filmkunstfest-Touren um den halben Globus, daran habe sie sich gewöhnt. 1992 drehte sie, als junge Studentin, einen Stop-Trick-Film unter anderem auf dem Quitzöbeler Elbdeich. Eine der ersten Arbeiten hat ihre Wurzeln also in der Prignitz.

– Quelle: https://www.prignitzer.de/17873691 ©2017

Noch etwas im Verborgenen gelingt Hans-Peter Jakobson und der Kirchgemeinde ein kultureller Coup nach dem anderen. Hatte der gebürtige Quitzöbeler zuletzt kleine Konzerte mit renommierten Musikern in die Kirche geholt, so war jüngst mit Katrin Rothe eine zweifache Grimmepreis-Trägerin und international renommierte Dokumentar- und Animationsfilmerin im Gemeindehaus zu Gast. Sie zeigte ihren 90-minütigen halbdokumentarischen Trickfilm „1917 – Der wahre Oktober.“ Und das in Quitzöbel, nachdem Rothe mit dem Stück über die Sicht der Künstler auf die Oktoberrevolution schon auf Festivals in Gera, Berlin, im Schweizerischen Solothurn und beim Filmkunstfest in Schwerin war.

Für die aus Gera stammende Rothe ist Quitzöbel keine unbekannte Größe, hatte sie doch mit Jakobsons Sohn Gunnar in Kindertagen regelmäßig die Schulferien in der Prignitz verbracht, entflohen dorthin im Sommer auch die Eheleute Jakobson dem gegen Ende der DDR enger werdenden Alltag. In Gera, wo Jakobson seit 1961 hauptsächlich ansässig war, knüpfte der studierte Kulturwissenschaftler zahlreiche Kontakte, die ihm im SED-Staat den Job kosteten. Aus dem dortigen Dunstkreis sind Künstlerkarrieren und Freundschaften entstanden, die bis heute fortwähren. Rothe und Jakobsons Sohn gehörten einer Gruppe an, in der künstlerisch begabte Jugendliche von der thüringischen Stadt gefördert wurden.

„Ich habe Quitzöbel aus meiner Kindheit und Jugend als sehr verwunschen in Erinnerung, der Deich und der flache Fluss, man konnte sehr weit gucken“, erinnert sich Rothe. Vereinzelt gab es Künstler, die sich in kleinen, nicht weniger verwunschenen Häusern ihre Rückzugsorte geschaffen hatten, töpferten oder malten. „Ich dachte damals: So lebt ein Künstler, in einem Haus auf dem Land, vor einem großen Kamin Rotwein trinkend, ständig kommen Leute zu Besuch und man führt geistig anregende Gespräche“, meint sie mit einem Augenzwinkern. Später wurde ihr plausibel, wie in gewissen politischen Systemen Rückzugsorte quasi zu Exilen werden. Und das Künstlerleben heute sei sowieso ein ganz anderes: „Heutzutage sitze ich vor einem Laptop und jage der Zeit hinterher, versuche, Finanzierungen für Filmprojekte anzuschieben, erkläre Mittelgebern, was wir vorhaben. Diese Gespräche in Ruhe, die ich mir damals vorstellte, gibt es kaum noch“, sagt die Wahlberlinerin. 2007 und 2014 gab es je einen Grimmepreis für Rothes ambitionierte Arbeiten, zwar „reine Ehre“, weil nicht mit einem Preisgeld dotiert, aber „es ist schon eine Bestätigung, es zeigt, dass man auf dem richtigen Weg ist, zumal es ein Preis einer unabhängigen Jury“ ist.

Hundert Jahre nach den Oktoberwirren 1917 geht ihr filmischer Blick freier zurück auf die Zeit. „In der Schule hatten wir gelernt, wie der Oktober zu werten ist. Als ich 18 war, fiel die Mauer, auf einmal gab es andere Deutungen. Ich schaue in meinem Film nicht auf das revolutionäre Personal, sondern auf die Künstler der Zeit, Majakowski, Sinaida Hippius, Malewitsch...“ Den Menschen heute noch zu erzählen, Revolution würde wahlweise von prominenten Einzelnen oder einem durchorganisierten Proletariat gemacht, das wäre zu naiv.

Dem Publikum in Quitzöbel gefiel ihr neuestes Werk. Der kleine Raum im Gemeindehaus war rappelvoll. Langsam spricht sich herum, welche kulturellen Hochkaräter dort zu erleben sind. „Der Erfolg macht Mut für weitere kulturelle Aktivitäten“, so Jakobson. Mit Unterstützung durch die Sparkasse Prignitz, die KMG-Kliniken und die Kirchgemeinde, die sich um Organisatorisches kümmert, kann es auch im nächsten Jahr weitergehen mit der kleinen Reihe. Um eine Aufnahme in den Veranstaltungskalender des Prignitz-Sommers wolle er sich demnächst bemühen, so Jakobson.

Katrin Rothe reist in dieser Woche mit ihrem Film ins norwegische Stavanger weiter, fährt im Oktober zum Jüdischen Filmkunstfest nach Wien und zeigt ihn danach noch in Südkorea und in Moskau. Diese Filmkunstfest-Touren um den halben Globus, daran habe sie sich gewöhnt. 1992 drehte sie, als junge Studentin, einen Stop-Trick-Film unter anderem auf dem Quitzöbeler Elbdeich. Eine der ersten Arbeiten hat ihre Wurzeln also in der Prignitz.

– Quelle: https://www.prignitzer.de/17873691 ©2017

Noch etwas im Verborgenen gelingt Hans-Peter Jakobson und der Kirchgemeinde ein kultureller Coup nach dem anderen. Hatte der gebürtige Quitzöbeler zuletzt kleine Konzerte mit renommierten Musikern in die Kirche geholt, so war jüngst mit Katrin Rothe eine zweifache Grimmepreis-Trägerin und international renommierte Dokumentar- und Animationsfilmerin im Gemeindehaus zu Gast. Sie zeigte ihren 90-minütigen halbdokumentarischen Trickfilm „1917 – Der wahre Oktober.“ Und das in Quitzöbel, nachdem Rothe mit dem Stück über die Sicht der Künstler auf die Oktoberrevolution schon auf Festivals in Gera, Berlin, im Schweizerischen Solothurn und beim Filmkunstfest in Schwerin war.

Für die aus Gera stammende Rothe ist Quitzöbel keine unbekannte Größe, hatte sie doch mit Jakobsons Sohn Gunnar in Kindertagen regelmäßig die Schulferien in der Prignitz verbracht, entflohen dorthin im Sommer auch die Eheleute Jakobson dem gegen Ende der DDR enger werdenden Alltag. In Gera, wo Jakobson seit 1961 hauptsächlich ansässig war, knüpfte der studierte Kulturwissenschaftler zahlreiche Kontakte, die ihm im SED-Staat den Job kosteten. Aus dem dortigen Dunstkreis sind Künstlerkarrieren und Freundschaften entstanden, die bis heute fortwähren. Rothe und Jakobsons Sohn gehörten einer Gruppe an, in der künstlerisch begabte Jugendliche von der thüringischen Stadt gefördert wurden.

„Ich habe Quitzöbel aus meiner Kindheit und Jugend als sehr verwunschen in Erinnerung, der Deich und der flache Fluss, man konnte sehr weit gucken“, erinnert sich Rothe. Vereinzelt gab es Künstler, die sich in kleinen, nicht weniger verwunschenen Häusern ihre Rückzugsorte geschaffen hatten, töpferten oder malten. „Ich dachte damals: So lebt ein Künstler, in einem Haus auf dem Land, vor einem großen Kamin Rotwein trinkend, ständig kommen Leute zu Besuch und man führt geistig anregende Gespräche“, meint sie mit einem Augenzwinkern. Später wurde ihr plausibel, wie in gewissen politischen Systemen Rückzugsorte quasi zu Exilen werden. Und das Künstlerleben heute sei sowieso ein ganz anderes: „Heutzutage sitze ich vor einem Laptop und jage der Zeit hinterher, versuche, Finanzierungen für Filmprojekte anzuschieben, erkläre Mittelgebern, was wir vorhaben. Diese Gespräche in Ruhe, die ich mir damals vorstellte, gibt es kaum noch“, sagt die Wahlberlinerin. 2007 und 2014 gab es je einen Grimmepreis für Rothes ambitionierte Arbeiten, zwar „reine Ehre“, weil nicht mit einem Preisgeld dotiert, aber „es ist schon eine Bestätigung, es zeigt, dass man auf dem richtigen Weg ist, zumal es ein Preis einer unabhängigen Jury“ ist.

Hundert Jahre nach den Oktoberwirren 1917 geht ihr filmischer Blick freier zurück auf die Zeit. „In der Schule hatten wir gelernt, wie der Oktober zu werten ist. Als ich 18 war, fiel die Mauer, auf einmal gab es andere Deutungen. Ich schaue in meinem Film nicht auf das revolutionäre Personal, sondern auf die Künstler der Zeit, Majakowski, Sinaida Hippius, Malewitsch...“ Den Menschen heute noch zu erzählen, Revolution würde wahlweise von prominenten Einzelnen oder einem durchorganisierten Proletariat gemacht, das wäre zu naiv.

Dem Publikum in Quitzöbel gefiel ihr neuestes Werk. Der kleine Raum im Gemeindehaus war rappelvoll. Langsam spricht sich herum, welche kulturellen Hochkaräter dort zu erleben sind. „Der Erfolg macht Mut für weitere kulturelle Aktivitäten“, so Jakobson. Mit Unterstützung durch die Sparkasse Prignitz, die KMG-Kliniken und die Kirchgemeinde, die sich um Organisatorisches kümmert, kann es auch im nächsten Jahr weitergehen mit der kleinen Reihe. Um eine Aufnahme in den Veranstaltungskalender des Prignitz-Sommers wolle er sich demnächst bemühen, so Jakobson.

Katrin Rothe reist in dieser Woche mit ihrem Film ins norwegische Stavanger weiter, fährt im Oktober zum Jüdischen Filmkunstfest nach Wien und zeigt ihn danach noch in Südkorea und in Moskau. Diese Filmkunstfest-Touren um den halben Globus, daran habe sie sich gewöhnt. 1992 drehte sie, als junge Studentin, einen Stop-Trick-Film unter anderem auf dem Quitzöbeler Elbdeich. Eine der ersten Arbeiten hat ihre Wurzeln also in der Prignitz.

– Quelle: https://www.prignitzer.de/17873691 ©2017

Noch etwas im Verborgenen gelingt Hans-Peter Jakobson und der Kirchgemeinde ein kultureller Coup nach dem anderen. Hatte der gebürtige Quitzöbeler zuletzt kleine Konzerte mit renommierten Musikern in die Kirche geholt, so war jüngst mit Katrin Rothe eine zweifache Grimmepreis-Trägerin und international renommierte Dokumentar- und Animationsfilmerin im Gemeindehaus zu Gast. Sie zeigte ihren 90-minütigen halbdokumentarischen Trickfilm „1917 – Der wahre Oktober.“ Und das in Quitzöbel, nachdem Rothe mit dem Stück über die Sicht der Künstler auf die Oktoberrevolution schon auf Festivals in Gera, Berlin, im Schweizerischen Solothurn und beim Filmkunstfest in Schwerin war.

Für die aus Gera stammende Rothe ist Quitzöbel keine unbekannte Größe, hatte sie doch mit Jakobsons Sohn Gunnar in Kindertagen regelmäßig die Schulferien in der Prignitz verbracht, entflohen dorthin im Sommer auch die Eheleute Jakobson dem gegen Ende der DDR enger werdenden Alltag. In Gera, wo Jakobson seit 1961 hauptsächlich ansässig war, knüpfte der studierte Kulturwissenschaftler zahlreiche Kontakte, die ihm im SED-Staat den Job kosteten. Aus dem dortigen Dunstkreis sind Künstlerkarrieren und Freundschaften entstanden, die bis heute fortwähren. Rothe und Jakobsons Sohn gehörten einer Gruppe an, in der künstlerisch begabte Jugendliche von der thüringischen Stadt gefördert wurden.

„Ich habe Quitzöbel aus meiner Kindheit und Jugend als sehr verwunschen in Erinnerung, der Deich und der flache Fluss, man konnte sehr weit gucken“, erinnert sich Rothe. Vereinzelt gab es Künstler, die sich in kleinen, nicht weniger verwunschenen Häusern ihre Rückzugsorte geschaffen hatten, töpferten oder malten. „Ich dachte damals: So lebt ein Künstler, in einem Haus auf dem Land, vor einem großen Kamin Rotwein trinkend, ständig kommen Leute zu Besuch und man führt geistig anregende Gespräche“, meint sie mit einem Augenzwinkern. Später wurde ihr plausibel, wie in gewissen politischen Systemen Rückzugsorte quasi zu Exilen werden. Und das Künstlerleben heute sei sowieso ein ganz anderes: „Heutzutage sitze ich vor einem Laptop und jage der Zeit hinterher, versuche, Finanzierungen für Filmprojekte anzuschieben, erkläre Mittelgebern, was wir vorhaben. Diese Gespräche in Ruhe, die ich mir damals vorstellte, gibt es kaum noch“, sagt die Wahlberlinerin. 2007 und 2014 gab es je einen Grimmepreis für Rothes ambitionierte Arbeiten, zwar „reine Ehre“, weil nicht mit einem Preisgeld dotiert, aber „es ist schon eine Bestätigung, es zeigt, dass man auf dem richtigen Weg ist, zumal es ein Preis einer unabhängigen Jury“ ist.

Hundert Jahre nach den Oktoberwirren 1917 geht ihr filmischer Blick freier zurück auf die Zeit. „In der Schule hatten wir gelernt, wie der Oktober zu werten ist. Als ich 18 war, fiel die Mauer, auf einmal gab es andere Deutungen. Ich schaue in meinem Film nicht auf das revolutionäre Personal, sondern auf die Künstler der Zeit, Majakowski, Sinaida Hippius, Malewitsch...“ Den Menschen heute noch zu erzählen, Revolution würde wahlweise von prominenten Einzelnen oder einem durchorganisierten Proletariat gemacht, das wäre zu naiv.

Dem Publikum in Quitzöbel gefiel ihr neuestes Werk. Der kleine Raum im Gemeindehaus war rappelvoll. Langsam spricht sich herum, welche kulturellen Hochkaräter dort zu erleben sind. „Der Erfolg macht Mut für weitere kulturelle Aktivitäten“, so Jakobson. Mit Unterstützung durch die Sparkasse Prignitz, die KMG-Kliniken und die Kirchgemeinde, die sich um Organisatorisches kümmert, kann es auch im nächsten Jahr weitergehen mit der kleinen Reihe. Um eine Aufnahme in den Veranstaltungskalender des Prignitz-Sommers wolle er sich demnächst bemühen, so Jakobson.

Katrin Rothe reist in dieser Woche mit ihrem Film ins norwegische Stavanger weiter, fährt im Oktober zum Jüdischen Filmkunstfest nach Wien und zeigt ihn danach noch in Südkorea und in Moskau. Diese Filmkunstfest-Touren um den halben Globus, daran habe sie sich gewöhnt. 1992 drehte sie, als junge Studentin, einen Stop-Trick-Film unter anderem auf dem Quitzöbeler Elbdeich. Eine der ersten Arbeiten hat ihre Wurzeln also in der Prignitz.

– Quelle: https://www.prignitzer.de/17873691 ©2017

Noch etwas im Verborgenen gelingt Hans-Peter Jakobson und der Kirchgemeinde ein kultureller Coup nach dem anderen. Hatte der gebürtige Quitzöbeler zuletzt kleine Konzerte mit renommierten Musikern in die Kirche geholt, so war jüngst mit Katrin Rothe eine zweifache Grimmepreis-Trägerin und international renommierte Dokumentar- und Animationsfilmerin im Gemeindehaus zu Gast. Sie zeigte ihren 90-minütigen halbdokumentarischen Trickfilm „1917 – Der wahre Oktober.“ Und das in Quitzöbel, nachdem Rothe mit dem Stück über die Sicht der Künstler auf die Oktoberrevolution schon auf Festivals in Gera, Berlin, im Schweizerischen Solothurn und beim Filmkunstfest in Schwerin war.

Für die aus Gera stammende Rothe ist Quitzöbel keine unbekannte Größe, hatte sie doch mit Jakobsons Sohn Gunnar in Kindertagen regelmäßig die Schulferien in der Prignitz verbracht, entflohen dorthin im Sommer auch die Eheleute Jakobson dem gegen Ende der DDR enger werdenden Alltag. In Gera, wo Jakobson seit 1961 hauptsächlich ansässig war, knüpfte der studierte Kulturwissenschaftler zahlreiche Kontakte, die ihm im SED-Staat den Job kosteten. Aus dem dortigen Dunstkreis sind Künstlerkarrieren und Freundschaften entstanden, die bis heute fortwähren. Rothe und Jakobsons Sohn gehörten einer Gruppe an, in der künstlerisch begabte Jugendliche von der thüringischen Stadt gefördert wurden.

„Ich habe Quitzöbel aus meiner Kindheit und Jugend als sehr verwunschen in Erinnerung, der Deich und der flache Fluss, man konnte sehr weit gucken“, erinnert sich Rothe. Vereinzelt gab es Künstler, die sich in kleinen, nicht weniger verwunschenen Häusern ihre Rückzugsorte geschaffen hatten, töpferten oder malten. „Ich dachte damals: So lebt ein Künstler, in einem Haus auf dem Land, vor einem großen Kamin Rotwein trinkend, ständig kommen Leute zu Besuch und man führt geistig anregende Gespräche“, meint sie mit einem Augenzwinkern. Später wurde ihr plausibel, wie in gewissen politischen Systemen Rückzugsorte quasi zu Exilen werden. Und das Künstlerleben heute sei sowieso ein ganz anderes: „Heutzutage sitze ich vor einem Laptop und jage der Zeit hinterher, versuche, Finanzierungen für Filmprojekte anzuschieben, erkläre Mittelgebern, was wir vorhaben. Diese Gespräche in Ruhe, die ich mir damals vorstellte, gibt es kaum noch“, sagt die Wahlberlinerin. 2007 und 2014 gab es je einen Grimmepreis für Rothes ambitionierte Arbeiten, zwar „reine Ehre“, weil nicht mit einem Preisgeld dotiert, aber „es ist schon eine Bestätigung, es zeigt, dass man auf dem richtigen Weg ist, zumal es ein Preis einer unabhängigen Jury“ ist.

Hundert Jahre nach den Oktoberwirren 1917 geht ihr filmischer Blick freier zurück auf die Zeit. „In der Schule hatten wir gelernt, wie der Oktober zu werten ist. Als ich 18 war, fiel die Mauer, auf einmal gab es andere Deutungen. Ich schaue in meinem Film nicht auf das revolutionäre Personal, sondern auf die Künstler der Zeit, Majakowski, Sinaida Hippius, Malewitsch...“ Den Menschen heute noch zu erzählen, Revolution würde wahlweise von prominenten Einzelnen oder einem durchorganisierten Proletariat gemacht, das wäre zu naiv.

Dem Publikum in Quitzöbel gefiel ihr neuestes Werk. Der kleine Raum im Gemeindehaus war rappelvoll. Langsam spricht sich herum, welche kulturellen Hochkaräter dort zu erleben sind. „Der Erfolg macht Mut für weitere kulturelle Aktivitäten“, so Jakobson. Mit Unterstützung durch die Sparkasse Prignitz, die KMG-Kliniken und die Kirchgemeinde, die sich um Organisatorisches kümmert, kann es auch im nächsten Jahr weitergehen mit der kleinen Reihe. Um eine Aufnahme in den Veranstaltungskalender des Prignitz-Sommers wolle er sich demnächst bemühen, so Jakobson.

Katrin Rothe reist in dieser Woche mit ihrem Film ins norwegische Stavanger weiter, fährt im Oktober zum Jüdischen Filmkunstfest nach Wien und zeigt ihn danach noch in Südkorea und in Moskau. Diese Filmkunstfest-Touren um den halben Globus, daran habe sie sich gewöhnt. 1992 drehte sie, als junge Studentin, einen Stop-Trick-Film unter anderem auf dem Quitzöbeler Elbdeich. Eine der ersten Arbeiten hat ihre Wurzeln also in der Prignitz.

– Quelle: https://www.prignitzer.de/17873691 ©2017

Noch etwas im Verborgenen gelingt Hans-Peter Jakobson und der Kirchgemeinde ein kultureller Coup nach dem anderen. Hatte der gebürtige Quitzöbeler zuletzt kleine Konzerte mit renommierten Musikern in die Kirche geholt, so war jüngst mit Katrin Rothe eine zweifache Grimmepreis-Trägerin und international renommierte Dokumentar- und Animationsfilmerin im Gemeindehaus zu Gast. Sie zeigte ihren 90-minütigen halbdokumentarischen Trickfilm „1917 – Der wahre Oktober.“ Und das in Quitzöbel, nachdem Rothe mit dem Stück über die Sicht der Künstler auf die Oktoberrevolution schon auf Festivals in Gera, Berlin, im Schweizerischen Solothurn und beim Filmkunstfest in Schwerin war.

Für die aus Gera stammende Rothe ist Quitzöbel keine unbekannte Größe, hatte sie doch mit Jakobsons Sohn Gunnar in Kindertagen regelmäßig die Schulferien in der Prignitz verbracht, entflohen dorthin im Sommer auch die Eheleute Jakobson dem gegen Ende der DDR enger werdenden Alltag. In Gera, wo Jakobson seit 1961 hauptsächlich ansässig war, knüpfte der studierte Kulturwissenschaftler zahlreiche Kontakte, die ihm im SED-Staat den Job kosteten. Aus dem dortigen Dunstkreis sind Künstlerkarrieren und Freundschaften entstanden, die bis heute fortwähren. Rothe und Jakobsons Sohn gehörten einer Gruppe an, in der künstlerisch begabte Jugendliche von der thüringischen Stadt gefördert wurden.

„Ich habe Quitzöbel aus meiner Kindheit und Jugend als sehr verwunschen in Erinnerung, der Deich und der flache Fluss, man konnte sehr weit gucken“, erinnert sich Rothe. Vereinzelt gab es Künstler, die sich in kleinen, nicht weniger verwunschenen Häusern ihre Rückzugsorte geschaffen hatten, töpferten oder malten. „Ich dachte damals: So lebt ein Künstler, in einem Haus auf dem Land, vor einem großen Kamin Rotwein trinkend, ständig kommen Leute zu Besuch und man führt geistig anregende Gespräche“, meint sie mit einem Augenzwinkern. Später wurde ihr plausibel, wie in gewissen politischen Systemen Rückzugsorte quasi zu Exilen werden. Und das Künstlerleben heute sei sowieso ein ganz anderes: „Heutzutage sitze ich vor einem Laptop und jage der Zeit hinterher, versuche, Finanzierungen für Filmprojekte anzuschieben, erkläre Mittelgebern, was wir vorhaben. Diese Gespräche in Ruhe, die ich mir damals vorstellte, gibt es kaum noch“, sagt die Wahlberlinerin. 2007 und 2014 gab es je einen Grimmepreis für Rothes ambitionierte Arbeiten, zwar „reine Ehre“, weil nicht mit einem Preisgeld dotiert, aber „es ist schon eine Bestätigung, es zeigt, dass man auf dem richtigen Weg ist, zumal es ein Preis einer unabhängigen Jury“ ist.

Hundert Jahre nach den Oktoberwirren 1917 geht ihr filmischer Blick freier zurück auf die Zeit. „In der Schule hatten wir gelernt, wie der Oktober zu werten ist. Als ich 18 war, fiel die Mauer, auf einmal gab es andere Deutungen. Ich schaue in meinem Film nicht auf das revolutionäre Personal, sondern auf die Künstler der Zeit, Majakowski, Sinaida Hippius, Malewitsch...“ Den Menschen heute noch zu erzählen, Revolution würde wahlweise von prominenten Einzelnen oder einem durchorganisierten Proletariat gemacht, das wäre zu naiv.

Dem Publikum in Quitzöbel gefiel ihr neuestes Werk. Der kleine Raum im Gemeindehaus war rappelvoll. Langsam spricht sich herum, welche kulturellen Hochkaräter dort zu erleben sind. „Der Erfolg macht Mut für weitere kulturelle Aktivitäten“, so Jakobson. Mit Unterstützung durch die Sparkasse Prignitz, die KMG-Kliniken und die Kirchgemeinde, die sich um Organisatorisches kümmert, kann es auch im nächsten Jahr weitergehen mit der kleinen Reihe. Um eine Aufnahme in den Veranstaltungskalender des Prignitz-Sommers wolle er sich demnächst bemühen, so Jakobson.

Katrin Rothe reist in dieser Woche mit ihrem Film ins norwegische Stavanger weiter, fährt im Oktober zum Jüdischen Filmkunstfest nach Wien und zeigt ihn danach noch in Südkorea und in Moskau. Diese Filmkunstfest-Touren um den halben Globus, daran habe sie sich gewöhnt. 1992 drehte sie, als junge Studentin, einen Stop-Trick-Film unter anderem auf dem Quitzöbeler Elbdeich. Eine der ersten Arbeiten hat ihre Wurzeln also in der Prignitz.

– Quelle: https://www.prignitzer.de/17873691 ©2017

Noch etwas im Verborgenen gelingt Hans-Peter Jakobson und der Kirchgemeinde ein kultureller Coup nach dem anderen. Hatte der gebürtige Quitzöbeler zuletzt kleine Konzerte mit renommierten Musikern in die Kirche geholt, so war jüngst mit Katrin Rothe eine zweifache Grimmepreis-Trägerin und international renommierte Dokumentar- und Animationsfilmerin im Gemeindehaus zu Gast. Sie zeigte ihren 90-minütigen halbdokumentarischen Trickfilm „1917 – Der wahre Oktober.“ Und das in Quitzöbel, nachdem Rothe mit dem Stück über die Sicht der Künstler auf die Oktoberrevolution schon auf Festivals in Gera, Berlin, im Schweizerischen Solothurn und beim Filmkunstfest in Schwerin war.

Für die aus Gera stammende Rothe ist Quitzöbel keine unbekannte Größe, hatte sie doch mit Jakobsons Sohn Gunnar in Kindertagen regelmäßig die Schulferien in der Prignitz verbracht, entflohen dorthin im Sommer auch die Eheleute Jakobson dem gegen Ende der DDR enger werdenden Alltag. In Gera, wo Jakobson seit 1961 hauptsächlich ansässig war, knüpfte der studierte Kulturwissenschaftler zahlreiche Kontakte, die ihm im SED-Staat den Job kosteten. Aus dem dortigen Dunstkreis sind Künstlerkarrieren und Freundschaften entstanden, die bis heute fortwähren. Rothe und Jakobsons Sohn gehörten einer Gruppe an, in der künstlerisch begabte Jugendliche von der thüringischen Stadt gefördert wurden.

„Ich habe Quitzöbel aus meiner Kindheit und Jugend als sehr verwunschen in Erinnerung, der Deich und der flache Fluss, man konnte sehr weit gucken“, erinnert sich Rothe. Vereinzelt gab es Künstler, die sich in kleinen, nicht weniger verwunschenen Häusern ihre Rückzugsorte geschaffen hatten, töpferten oder malten. „Ich dachte damals: So lebt ein Künstler, in einem Haus auf dem Land, vor einem großen Kamin Rotwein trinkend, ständig kommen Leute zu Besuch und man führt geistig anregende Gespräche“, meint sie mit einem Augenzwinkern. Später wurde ihr plausibel, wie in gewissen politischen Systemen Rückzugsorte quasi zu Exilen werden. Und das Künstlerleben heute sei sowieso ein ganz anderes: „Heutzutage sitze ich vor einem Laptop und jage der Zeit hinterher, versuche, Finanzierungen für Filmprojekte anzuschieben, erkläre Mittelgebern, was wir vorhaben. Diese Gespräche in Ruhe, die ich mir damals vorstellte, gibt es kaum noch“, sagt die Wahlberlinerin. 2007 und 2014 gab es je einen Grimmepreis für Rothes ambitionierte Arbeiten, zwar „reine Ehre“, weil nicht mit einem Preisgeld dotiert, aber „es ist schon eine Bestätigung, es zeigt, dass man auf dem richtigen Weg ist, zumal es ein Preis einer unabhängigen Jury“ ist.

Hundert Jahre nach den Oktoberwirren 1917 geht ihr filmischer Blick freier zurück auf die Zeit. „In der Schule hatten wir gelernt, wie der Oktober zu werten ist. Als ich 18 war, fiel die Mauer, auf einmal gab es andere Deutungen. Ich schaue in meinem Film nicht auf das revolutionäre Personal, sondern auf die Künstler der Zeit, Majakowski, Sinaida Hippius, Malewitsch...“ Den Menschen heute noch zu erzählen, Revolution würde wahlweise von prominenten Einzelnen oder einem durchorganisierten Proletariat gemacht, das wäre zu naiv.

Dem Publikum in Quitzöbel gefiel ihr neuestes Werk. Der kleine Raum im Gemeindehaus war rappelvoll. Langsam spricht sich herum, welche kulturellen Hochkaräter dort zu erleben sind. „Der Erfolg macht Mut für weitere kulturelle Aktivitäten“, so Jakobson. Mit Unterstützung durch die Sparkasse Prignitz, die KMG-Kliniken und die Kirchgemeinde, die sich um Organisatorisches kümmert, kann es auch im nächsten Jahr weitergehen mit der kleinen Reihe. Um eine Aufnahme in den Veranstaltungskalender des Prignitz-Sommers wolle er sich demnächst bemühen, so Jakobson.

Katrin Rothe reist in dieser Woche mit ihrem Film ins norwegische Stavanger weiter, fährt im Oktober zum Jüdischen Filmkunstfest nach Wien und zeigt ihn danach noch in Südkorea und in Moskau. Diese Filmkunstfest-Touren um den halben Globus, daran habe sie sich gewöhnt. 1992 drehte sie, als junge Studentin, einen Stop-Trick-Film unter anderem auf dem Quitzöbeler Elbdeich. Eine der ersten Arbeiten hat ihre Wurzeln also in der Prignitz.

– Quelle: https://www.prignitzer.de/17873691 ©2017